Projekt H2GreenFUTURE: Wasserstofftechnologien im Fokus der interregionalen Zusammenarbeit zwischen Slowenien und Österreich

27. Mai 2026 – Der 3. interregionale H2GreenFUTURE-Kongress mit dem Titel Wasserstofftechnologien: Chancen und der rechtlich-regulatorische Rahmen in der Region Slowenien–Österreich fand in den Räumlichkeiten der Steirischen Wirtschaftskammer in Maribor (Slowenien) statt. Die Veranstaltung widmete sich der Entwicklung von Wasserstofftechnologien sowie deren rechtlichem und regulatorischem Rahmen in der Region Slowenien–Österreich. Der Kongress brachte Vertreter aus Wirtschaft, Forschungseinrichtungen, öffentlicher Verwaltung und dem Energiesektor zusammen, die zentrale Herausforderungen und Chancen der Wasserstoffwirtschaft diskutierten. Die Veranstaltung wurde von der Steirischen Wirtschaftskammer (ŠGZ) im Rahmen des Interreg SI-AT-Projekts H2GreenFUTURE organisiert, das vom Nationalen Chemieinstitut koordiniert wird.

Das Interreg SI-AT-Projekt H2GreenFUTURE (2023–2026) konzentriert sich auf die Entwicklung von Wasserstofftechnologien als zentrales Instrument für den Übergang zu einer CO₂-armen Gesellschaft. Ziel ist der Aufbau eines grenzüberschreitenden Innovationsökosystems, das Wirtschaft, Wissenschaft, den öffentlichen Sektor und die Gesellschaft einbezieht sowie die Entwicklung von Infrastruktur, Know-how und rechtlichen Lösungen unterstützt. Zu den wichtigsten Projektergebnissen zählen:

  • Pilotprojekte zur grenzüberschreitenden Nutzung von Wasserstoff,
  • die Entwicklung eines sogenannten regulatorischen Sandkastens (Sandbox) zur Erprobung von Gesetzgebung,
  • die Stärkung der Kompetenzen von Unternehmen und des Bildungssystems,
  • die Erarbeitung strategischer Leitlinien zur Entwicklung eines Wasserstoffökosystems in der Region.

Das Projekt H2GreenFUTURE stellt somit eine wichtige Plattform zur Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren sowie zum Austausch bewährter Verfahren im Bereich der nachhaltigen Energiewende dar.

 

Fokus auf Gesetzgebung, Praxis und zukünftige Lösungen

Das Kongressprogramm war in zwei thematische Abschnitte unterteilt. Der erste befasste sich mit Gesetzgebung und Regulierung in Slowenien und der EU, während der zweite sich auf Best-Practice-Beispiele und industrielle Anwendungen von Wasserstoff konzentrierte. Alle Teilnehmenden wurden zu Beginn von der Direktorin der Steirischen Wirtschaftskammer, Mag. Aleksandra Podgornik, begrüßt.

Dr. Vlasta Krmelj von der Energie- und Klimaagentur für Podravje stellte die Rolle regionaler Energieagenturen bei der Beschleunigung von Wasserstoffprojekten vor. Diese Agenturen fungieren als zentrale Anlaufstellen, an denen verschiedene Interessengruppen alle relevanten Informationen an einem Ort erhalten, und sind zudem an der Umsetzung lokaler Energieprojekte beteiligt. Sie betonte, dass die grüne Transformation von den Menschen getragen werde und dass regionale Energieagenturen große Erfolge bei der Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern sowie bei der Koordination solcher Projekte erzielen. Außerdem hob sie hervor, dass die Öffentlichkeit bereits frühzeitig in die Vorbereitung neuer Energieprojekte einbezogen werden sollte.

Anschließend stellte Mag. Stane Merše vom Jožef-Stefan-Institut Aktivitäten im Zusammenhang mit der Vorbereitung eines Aktionsplans zur Erreichung der Wasserstoffziele im Rahmen des Nationalen Energie- und Klimaplans (NEKP) vor. Er präsentierte Prognosen zum Wasserstoffverbrauch und zur -produktion in Slowenien sowie die bisher geleistete Arbeit zur Schaffung eines umfassenden Unterstützungsumfelds für den Aufbau eines Wasserstoffökosystems. Er betonte, dass die Sicherung heimischer Energiequellen künftig entscheidend sein wird, und äußerte die Ansicht, dass Wasserstoff eine zentrale Rolle für eine zuverlässige, sichere und resiliente Energieversorgung in Slowenien spielen wird.

Der erste Teil wurde mit einem Vortrag von Davor Rašič vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energie (MOPE) abgeschlossen, der den rechtlich-regulatorischen Rahmen für Wasserstoff sowie zentrale strategische Dokumente in Slowenien und der EU präsentierte. Er wies darauf hin, dass in Kürze eine Überarbeitung der Wasserstoffstrategie erwartet wird. Slowenien arbeitet aktiv an seinem Wasserstoff-Aktionsplan und entwickelt derzeit ein Fördermodell für den gesamten erneuerbaren Energiesektor.

 

Praxisbeispiele

Im zweiten Teil stellten Fachleute konkrete Beispiele für den Einsatz von Wasserstoff in der Praxis vor – von der Entwicklung eines Wasserstoffökosystems in der Stadt Ljubljana über den Einsatz von Wasserstoff im öffentlichen Verkehr und in der Energieinfrastruktur bis hin zu industriellen Strategien sowie der Rolle von Bildung und Forschung bei der technologischen Entwicklung.

Srečko Trunkelj von Energetika Ljubljana präsentierte die Pläne der Stadt Ljubljana zur Errichtung von Anlagen zur Wasserstoffproduktion und -speicherung, während Dr. Rok Vihar vom Verkehrsunternehmen Ljubljanski potniški promet (LPP) umfassende Pläne zur Einführung und Nutzung von Wasserstoff im städtischen öffentlichen Verkehr vorstellte. Dr. Nada Petelin Sindičič von ELES – dem nationalen Stromübertragungsnetzbetreiber – präsentierte ein gemeinsam mit PLINOVODI – dem nationalen Gasnetzbetreiber – entwickeltes Konzept zur Nutzung von Wasserstofftechnologien für kritische Energieinfrastruktur in Slowenien.

Nach einer kurzen Pause stellte Univ.-Doz. Dr. Mitja Mori von der Fakultät für Maschinenbau der Universität Ljubljana deren Rolle sowie die Bedeutung von Nachhaltigkeit bei der Entwicklung von Wasserstofftechnologien vor, wobei der Schwerpunkt auf der dynamischen Modellierung von Energiesystemen lag. Dr. Haris Salihagič Hrenko vom Aluminiumunternehmen Talum erläuterte die Rolle von Wasserstofftechnologien bei der Reduktion von CO₂-Emissionen in der Sekundäraluminiumproduktion, während Dr. Jerneja Sedlar vom Elektroinstitut Milan Vidmar (EIMV) die Einführung von Wasserstofftechnologien sowie deren Rolle für die Energiewende und Energieunabhängigkeit darlegte. Alle Vortragenden hoben die Herausforderung hervor, Abnehmer für Wasserstoff zu sichern, was in dieser frühen Entwicklungsphase von entscheidender Bedeutung ist.

Anschließend präsentierten Expertinnen und Experten aus Österreich konkrete Beispiele für den Einsatz von Wasserstoff – von Mobilität und Energie bis hin zu industriellen Prozessen und Bildung. Cristian Seidl von der Hochschule Burgenland erläuterte die Rolle von Wasserstoff im Dekarbonisierungsprozess, stellte eine Vergleichsanalyse verschiedener Wasserstofferzeugungssysteme (AEL, PEM, AEM, SOEC/rSOC) vor und ging auf die Herausforderungen beim Aufbau ihres Pilotprojekts (H2 Green Demonstrator) im Energetikum Lab in Pinkafeld ein. Abschließend gab er zentrale Handlungsempfehlungen für die Umsetzung von Wasserstoffsystemen in der Praxis. Der letzte Vortragende, Berndt Alexander von der FH Kärnten, betonte die Bedeutung der Ausbildung im Bereich Wasserstofftechnologien, um diese der Öffentlichkeit näherzubringen. Die FH Kärnten konzentriert sich auf die Entwicklung von Schulungsangeboten für verschiedene Zielgruppen – von Schülerinnen und Schülern über Studierende bis hin zu Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Lehrkräften.

Die Veranstaltung endete mit einer Podiumsdiskussion, in der Expertinnen und Experten über den Aufbau eines ganzheitlichen Wasserstoffökosystems, regulatorische Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten in der weiteren Region diskutierten.

Der 3. interregionale H2GreenFUTURE-Kongress bestätigte, dass die Vernetzung von Wissen, Industrie und Politik entscheidend für eine erfolgreiche Energiewende ist. Durch die Förderung von Innovationen, die Entwicklung eines geeigneten regulatorischen Umfelds und die Stärkung von Kompetenzen trägt das Projekt direkt zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Wirtschaft in Slowenien, Österreich und der weiteren Region bei.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Hydrogen-Center-Plattform:
https://hydrogen-center.eu/h2greenfuture/ oder auf LinkedIn unter @h2greenfutureproject. Das Projekt H2GreenFUTURE wird vom Nationalen Chemieinstitut koordiniert und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Interreg SI-AT-Programms kofinanziert. Projektleiter am Nationalen Chemieinstitut ist Dr. Blaž Likozar (blaz.likozar@ki.si), und das Projekt wird an der Abteilung für Katalyse und Reaktionstechnik durchgeführt.

 

H2GreenFUTURE Gruppenfoto der Projektpartner, Maribor, 27.05.2026
H2GreenFUTURE Gruppenfoto der Projektpartner, Maribor, 27.05.2026